Münster - Patientinnen müssten stärker in Studien zu neuen Medikamenten und Therapien einbezogen werden, fordern Medizinerinnen. Aussagen zu Anwendung und Dosierung von Arzneien dürften nicht allein an männlichen Probanden gemacht werden, fordert der Weltärztinnenbund. „Frauen sind nicht einfach verkleinerte Männer“, so die Vizepräsidentin Dr. Waltraud Diekhaus.
Die Quote bei klinischen Studie steige zwar langsam, Frauen seien aber immer noch deutlich unterrepräsentiert, so Dr. Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Auch ältere Menschen – Männer wie Frauen – seien nicht ausreichend in solchen Untersuchungen vertreten, obwohl sie einen Großteil der Patienten ausmachten.
Frauen gelten weithin als weniger gut für medizinische Studien geeignet, weil etwa hormonelle Schwankungen zu Unwägbarkeiten bei den Ergebnissen führen können. Auch bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen müssten Unterschiede zwischen Mann und Frau berücksichtigt werden, forderte Diekhaus: „Vieles steckt noch in den Kinderschuhen, aber unser Fernziel ist eine geschlechtsspezifische Differenzierung in der Wissenschaft und bei der medizinischen Behandlung.“
dpa, Mittwoch, 28. Juli 2010, 17:51 Uhr
Hochschulen: Studien scheitern an Probanden
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