Berlin - Ein Gel könnte künftig vor der Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) schützen. Das Mikrobizid mit dem Virustatikum Tenofovir reduzierte in einer Pilotstudie in Südafrika das Ansteckungsrisiko mit HIV deutlich, berichten Forscher im US-Fachjournal „Science“.
An der Studie hatten 889 Frauen über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren teilgenommen. Das Gel wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Das Mittel reduzierte HIV-Infektionen um 40 Prozent. Zusätzlich senkte das Gel das Risko der Frauen, sich mit Genitalherpes anzustecken, um 51 Prozent.
Tenofovir ist ein nukleotidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NtRTI). Der Arzneistoff baut sich in die Virus-DNA ein und hemmt dadurch die Vermehrung. Tenofovir wird derzeit zur Behandlung von HIV-1-Infektionen und Hepatitis verwendet.
Im besonders schwer von der HIV-Epidemie betroffenen südlichen Afrika können Frauen oft nicht den Gebrauch von Kondomen durchsetzen. Von einem funktionierenden „chemischen Kondom“ erhoffen sich die Forscher nun eine Möglichkeit, die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Die noch nicht besonders belastbaren Beobachtungen der Pilotstudie müssten jedoch zunächst durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, schränken die Autoren ein.
APOTHEKE ADHOC / dpa, Dienstag, 20. Juli 2010, 10:58 Uhr
HAART: WHO: HIV frühzeitig behandeln
Weltaidskonferenz: UN verfehlt Ziele bei Aids-Therapie
Prävention: Mehr Kondome, weniger Partner
Aidsforschung: Antikörper gegen HIV
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