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TK stoppt eGK-Ausgabe

Berlin  -  Wenige Tage nachdem die AOK Nordrhein die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Pilotregion Nordrhein gestoppt hat, teilt auch die Techniker Krankenkasse (TK) keine weiteren Karten mehr aus. Zunächst soll die Ausgabe nur kurzfristig ruhen.

„Wir brauchen mehr Klarheit“, sagte ein Sprecher der TK gegenüber APOTHEKE ADHOC. In den vergangenen Tagen habe die TK gehofft, dass die Regierung die geplante Bestandsaufnahme der eGK und der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) präzisieren würde. Da dies nicht geschehen sei, habe man sich dazu entschlossen, die Handbremse zu ziehen, so der Sprecher.

Einige hundert Karten hat die TK bereits in Essen verteilt, mehrere tausend Versicherte seien aufgefordert worden, ein Bild einzuschicken. Insgesamt gibt es in der Pilotregion knapp eine Million TK-Versicherte. Doch trotz des Ausgabestopps hält die TK grundsätzlich an der eGK fest: „Sie ist für uns immer noch das Mittel der Wahl“, so der Sprecher. Allerdings sei die Einführung der eGK nur in Verbindung mit der so genannten Onlineanbindung sinnvoll – wenn also beispielsweise die Daten der Versicherten auf der Karte online geändert werden können.

Anders als die AOK und die TK verteilt die Barmer die neue Karte weiter – allerdings nur „im kleinen Kreis“ an Mitarbeiter und interessierte Versicherte, so ein Sprecher. „Schnellstmögliche Klarheit“ fordert auch Deutschlands größte Kasse von der neuen Bundesregierung.

Der Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, schätzt die Gesamtkosten für alle Kassen der Region mit insgesamt rund neun Millionen Versicherten auf 50 Millionen Euro.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein fordert Klarheit. Ein Zurück kann sich Vorstandschef Dr. Leonhard Hansen aber nicht vorstellen: „Das wäre für alle Akteure eine derartige Katastrophe, dass das Vertrauen in die Politik ein weiteres Mal massiv erschüttert würde.“ Rund 60 Prozent der 15.000 Praxen in der Pilotregion seien bis jetzt mit dem notwendigen neuen Lesegerät ausgestattet worden.

dpa/APOTHEKE ADHOC, Dienstag, 03. November 2009, 18:28 Uhr

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