Berlin - Die AOK Rheinland gibt keine elektronischen Gesundheitskarten (eGK) mehr aus. Anlass ist die im Koalitionsvertrag angekündigte Bestandsaufnahme: Die Arbeit der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) und die Erfahrungen in den Testregionen sollen überprüft werden. Danach soll entschieden werden, ob die Weiterentwicklung sinnvoll ist.
Möglicherweise könnten sich mit der Bestandsaufnahme die Anforderungen an die Karte ändern, sagte ein Sprecher der AOK Rheinland gegenüber APOTHEKE ADHOC. Deshalb sei es zurzeit nicht gerechtfertigt, weitere Karten auszugeben. Für die Versicherten ändere sich nichts, schließlich seien die Betroffenen noch nicht aufgefordert worden, Fotos einzureichen. Bis zum Jahresende hätte die AOK eigentlich 20.000 eGKs in Nordrhein ausgeben sollen.
Die TK Nordrhein und die IKK Nordrhein schließen sich dem Ausgabestopp nicht an. „Auch unter der neuen Regierung gelten bis auf weiteres die alten Absprachen“, sagte ein Sprecher der TK Nordrhein auf Nachfrage. Zudem seien die Formulierungen im Koalitionsvertrag weit auslegbar, und auch die neue Regierung betone die Bedeutung der Telematik für das Gesundheitssystem.
Der Ausgabestopp der AOK habe keine direkte Auswirkung auf die Tests zur Weiterentwicklung der eGK, sagte eine Sprecherin des Projektbüro eGesundheit.nrw: „Die Online-Tests werden weiter vorbereitet.“ Im kommenden Jahr sollen in der Region Bochum-Essen der Arztbrief und weitere Online-Funktionen der eGK getestet werden. Da dies mit den Karten von 100.000 Versicherten außerhalb Nordrheins geschieht, seien die Tests nicht vom Ausgabestopp der AOK betroffen, so die Sprecherin.
Janina Rauers, Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:27 Uhr
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