zoom Auswahl bei Impfstoff: Die Bundesländer bestellen Impfstoffe ohne Adjuvantien nach. Foto: APOTHEKE ADHOC

Auswahl bei Impfstoff: Die Bundesländer bestellen Impfstoffe ohne Adjuvantien nach. Foto: APOTHEKE ADHOC

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POLITIK

SCHWEINEGRIPPE

Länder bestellen Impfstoff ohne Adjuvantien

Berlin  -  Die Bundesländer bestellen für die Impfung gegen die Schweinegrippe nun Impfstoff ohne Adjuvantien nach. Derzeit liefen Gespräche mit verschiedenen Herstellern über einen begrenzten, bedarfsgerechten Nachkauf dieses Impfstoffs, sagte ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, das derzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz hat. Er bestätigte damit einen Bericht des Westfalen-Blattes.

Hintergrund seien Bedenken von Medizinern, dass der bislang bestellte Impfstoff mit Wirkstoffverstärkern für Schwangere möglicherweise weniger geeignet sein könnte. Das neue Präparat werde voraussichtlich bis Mitte oder Ende November zur Verfügung stehen.

Die Länder gehen demnach von einem Bedarf von bis zu 200.000 Dosen des alternativen Impfstoffes aus. In dieser Größenordnung bewege sich die geschätzte Zahl Schwangerer, die sich impfen lassen wollen. Vom Impfstoff mit Wirkungsverstärker sind bereits 50 Millionen Dosen bestellt worden.

Die Adjuvantien können laut Experten zu gesteigerten Impfreaktionen wie Kopfschmerzen oder Fieber führen. Einige Virologen sehen dies für Schwangere als bedenklich an, andere nicht.

Den impfenden Ärzten stehe mit dem zusätzlichen Mittel eine Alternative zur Verfügung. „Sie können nach genauer Risikoabwägung dann entscheiden, welchen Impfstoff sie ihren Patienten geben“, so der Sprecher. Es handele sich bei dem Impfstoff ohne Adjuvanzien aber nicht um das Präparat, das die Bundeswehr für ihre Soldaten geordert hatte. „Der Bundeswehr-Wirkstoff wäre für Schwangere nicht geeignet.“

Die Impfstoff-Diskussionen hätten für Irritationen gesorgt, räumte der Ministeriumssprecher ein. Im Sender MDR Info rief er die Bevölkerung dazu auf, sich nicht verunsichern zu lassen. Experten haben bislang neben Schwangeren insbesondere Kindern und chronisch kranken Menschen wie Diabetikern sowie medizinischem Personal zur vorsorglichen Impfung geraten. Geschätzt wird, dass sich etwa jeder fünfte Bundesbürger gegen die Schweinegrippe impfen lassen möchte.

dpa, Freitag, 16. Oktober 2009, 15:58 Uhr

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