Düsseldorf - Startschuss für die elektronische Gesundheitskarte (eGK): Ab Donnerstag geben die Krankenkassen in der Testregion Nordrhein die neuen Chipkarten an rund neun Millionen Versicherte aus. Nach jahrelangen Verzögerungen startet damit ein IT-Milliarden-Projekt. Bundesweit soll die Karte bis Ende 2010 schrittweise eingeführt werden und die bisherige Versichertenkarte ersetzen.
Neu an der eGK ist bislang allerdings nur das Foto des Versicherten. Damit soll ein Missbrauch der Karten verhindert werden. In der Startphase werden auf der Karte wie bislang lediglich die Stammdaten des Patienten gespeichert. Auf der Rückseite befindet sich der europäische Krankenversicherungsschein.
Die Online-Anbindung der Karte wird nach Schätzungen frühestens im nächsten Jahr möglich sein. Da die Rezepte weiterhin auf Papier ausgestellt werden, sind Apotheken von der Einführung der neuen Karten zunächst nicht betroffen. Die Einführung des elektronischen Rezeptes ist erst in einer späteren Phase vorgesehen.
Bei Ärzten und Zahnärzten ist die eGK stark umstritten. Sie befürchten Datenschutzprobleme bei der geplanten Speicherung von Krankenakten und Arztbriefen. Der Kauf der notwendigen Lesegeräte durch die Ärzte verläuft schleppend: Bis Ende September hatten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) erst 36,4 Prozent der rund 15.000 Praxen in der Pilotregion das Lesegerät installiert.
dpa/APOTHEKE ADHOC, Montag, 28. September 2009, 17:21 Uhr
Elektronische Gesundheitskarte: eGK teurer als geplant
Modellprojekt: Privatkassen boykottieren eGK
Eklat um eGK: KV-Chefs schmeißen hin
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