Berlin - Obwohl sich bei den Rabattverträgen des BKK-Gemeinschaftsunternehmens Spectrum K ein Durchmarsch indischer Unternehmen abzeichnet, haben auch die etablierten Hersteller Erfolge zu verzeichnen. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC haben die drei Marktführer entweder selbst oder über Tochterunternehmen zahlreiche Zuschläge erhalten.
Branchenprimus Hexal hat sich zwar an der Ausschreibung nicht mit eigenen Geboten beteiligt, sondern – wie schon bei der AOK-Ausschreibung – über die Tochter 1A-Pharma; eine strategische Entscheidung des Konzerns. Das Tochterunternehmen im bayerischen Oberhaching konnte offenbar 22 Fachlose bei Spectrum K für sich gewinnen.
Auch Ratiopharm kann nach derzeitigem Stand mit den Vorabinformationen zufrieden sein: Der Ulmer Generikahersteller ist erstmals bei einer größeren Ausschreibung in einer Bietergemeinschaft angetreten: Alle Gebote wurden gemeinsam mit den ebenfalls zur Merckle-Gruppe gehörenden Firmen CT Arzneimittel und AbZ Pharma abgegeben. Je nach Wirkstoff übernimmt eines der Unternehmen das Los komplett, bislang sind es 17 Zuschläge in der Gruppe.
Der Bad Vilbeler Generikakonzern Stada hat dagegen getrennt von seiner „Gut und günstigst“-Tochter Aliud geboten. Beide Unternehmen sollen zusammen 40 Zuschläge erhalten haben.
Zum Vergleich: Der indische Hersteller Torrent hat über seine neue Tochter Heunet allein 35 Zuschläge erhalten. Die deutschen Riesen werden sich weiter strecken müssen, wenn sie auch künftig mit der Konkurrenz aus Asien Schritt halten wollen.
Bislang hat Spectrum K die Vorabinformationen zu 65 Fachlosen an die Unternehmen geschickt. Die Widerspruchsfrist gegen die Entscheidungen läuft allerdings noch. 14 weitere Wirkstoff-Lose stehen noch aus. 80 Krankenkassen mit zusammen rund 7,3 Millionen Versicherten haben unter der Führung von Spectrum K Rabattverträge über 52 Wirkstoffe in 79 Fachlosen für zwei Jahre ausgeschrieben. Pro Los sollen vier Unternehmen einen Zuschlag erhalten.
Alexander Müller, Mittwoch, 28. Oktober 2009, 12:33 Uhr
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