Berlin - Mit dem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sind die Apothekenpläne der Drogeriemarktketten vorerst geplatzt. Aus der Enttäuschung über die Entscheidung aus Luxemburg macht Rossmann keinen Hehl: „Die EuGH-Entscheidung ist handelsökonomischer und wirtschaftspolitischer Historismus. Es zementiert in Deutschland anachronistische Privilegien aus dem Hochmittelalter – angeblich im Interesse von 'Verbraucher- und Patientenschutz'“, sagte ein Rossmann-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC.
„Nicht auszudenken, was passieren könnte, würde man den gut behüteten Markt freigeben. Möglicherweise würde mehr Wettbewerb im Arzneimittel-Hochpreisland Deutschland einkehren und für sinkende Preise sorgen?“, so der Sprecher. Bei allem Sarkasmus ist man sich bei Rossmann sicher, dass sich eine Verschiebung der Arzneimittelversorgung in die Drogeriemärkte nicht aufhalten lässt: „Es wird zunehmend Abholstellen und nicht rezeptpflichtige Medikamente in Drogeriemärkten geben. Hier wird der Kunde feststellen können, welche Spannen in Apotheken in Deutschland immer noch möglich sind. Also Urteil hin oder her – der Wettbewerbsdruck auf die Apotheken wird in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen“, so der Sprecher.
APOTHEKE ADHOC, Mittwoch, 20. Mai 2009, 11:16 Uhr
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