Berlin - Der Generikahersteller Betapharm will über die Rabattverträge der AOK seine Position in den Apotheken stärken. „Bei Apotheken mit viel AOK-Kundschaft wird die gesamte Sortimentssteuerung maßgeblich von den AOK-Rabattverträgen beeinflusst“, sagte Geschäftsführer Michael Ewers dem „Handelsblatt“. Über die Zwangsabgabe der Rabattmedikamente hinaus will das zur indischen Dr. Reddy’s gehörende Unternehmen Kunden jenseits der AOK gewinnen.
„Für einen Apotheker, der viele AOK-Patienten hat, macht es mit Blick auf eine optimale Lagerhaltung Sinn, auch die übrigen Kunden mit den Generika aus den AOK-Verträgen zu bedienen“, sagte Ewers der Zeitung. Das funktioniert allerdings nur, solange die anderen Kassen keine Rabattverträge abgeschlossen haben.
Betapharm gehört mit 33 Zuschlägen und einem Mengenvolumem von rund 18 Prozent zu den Gewinnern der Ausschreibung. Ewers Freude darüber hält sich allerdings in Grenzen: „Wir müssen daran teilnehmen, denn damit sichert Betapharm die Marktpräsenz“, sagte er laut Bericht.
Ohne die Auslagerung von Teilen der Produktion nach Indien hätte Betapharm weniger gute Aussichten bei den Rabattverträgen. Um auch künftig Zuschläge zu erhalten und dabei wirtschaftlich arbeiten zu können, werde das Unternehmen strategische Produkte künftig verstärkt in Indien herstellen lassen, kündigte Ewers im Zeitungsbericht an. Trotzdem habe Betapharm im Bieterwettkampf um die AOK-Verträge „wirtschaftlich eng kalkuliert“, sagte der Geschäftsführer.
APOTHEKE ADHOC, Montag, 30. März 2009, 15:27 Uhr
AOK-Rabattverträge: Gebietslose sind zulässig
Rabattverträge: AOK hat Hersteller im Griff
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