Ulm - Der Generikakonzern Ratiopharm wird definitiv nicht in diesem Jahr verkauft. Daran gebe es wegen des derzeit schlechten Marktumfelds und weiterer firmeninterner Gründe keinerlei Zweifel, heißt es aus Unternehmenskreisen. Die Gläubigerbanken hatten den Verkauf zur Auflage für den Überbrückungskredit gemacht. Damit könnte die Zerschlagung des verzweigten Firmengeflechts eingeläutet worden sein.
Zwar würden viele Banken Ratiopharm am liebsten sehr schnell verkaufen, solange der Erlös zumindest ausreiche, um ihre Kredite abzudecken, hieß es. Die Merckle-Gruppe werde den Hersteller aber auf keinen Fall verschleudern und deshalb ein besseres Marktumfeld für den Verkauf abwarten. Das sei erst im nächsten Jahr zu erwarten.
Die zur Merckle-Gruppe gehörende Vermögensgesellschaft VEM und die Banken wollen nun gemeinsam einen Treuhänder bestimmen, der mit der Ratiopharm-Geschäftsführung den Verkauf organisiert. Allein das soll etwa drei Monate dauern.
Offen ist, wer für einen Kauf in Frage kommen könnte: In der Vergangenheit wurden als Interessenten die Mitbewerber Teva und Watson sowie die Pharmakonzerne Sanofi-Aventis, GlaxoSmithKline und DaiichiSankyo gehandelt. Allerdings sei nach ersten Gesprächen über eine Komplettübernahme für Teva die Produktion und für Sanofi-Aventis der Vertrieb uninteressant gewesen, hieß es bereits Anfang Dezember.
dpa, Donnerstag, 08. Januar 2009, 10:21 Uhr
Merckle-Imperium: Ratiopharm wird verkauft
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