zoom Leerer Showroom: DocMorris kommt mit seinem Ausbau langsamer voran als angekündigt. Foto: Elke Hinkelbein

Leerer Showroom: DocMorris kommt mit seinem Ausbau langsamer voran als angekündigt. Foto: Elke Hinkelbein

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DocMorris verpasst Ziele

Berlin  -  DocMorris enttäuscht erneut die Erwartungen von Marktbeobachtern: Die mehrheitlich zum Stuttgarter Pharmahandelskonzern Celesio AG zählende Unternehmensgruppe kann – anders als im Jahresverlauf in verschiedenen Medienberichten verlautbart – keine 100 Eröffnungen der sogenannten Partner-Apotheken vorweisen: Bis Freitag – und damit kurz nach dem Jahreswechsel – existierten laut Unternehmens-Homepage 84 DocMorris-Apotheken.

Anfang Dezember hatte DocMorris-Chef Ralf Däinghaus zumindest die „Partnerschaft“ – also abgeschlossene Verträge – mit 100 Vor-Ort-Apothekern verkündet. Man komme mit dem Aufbau eines Netzes von Franchise-Filialen gut voran, zitierte damals der Spiegel das Unternehmen. Manche Apotheke benötige jedoch länger für den Umbau, begründete ein Unternehmenssprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC den Eröffnungsstau. Die restlichen Markenpartner-Apotheken würden innerhalb der nächsten Tage an den Start gehen.

Doch auch in der Versandhandelssparte bleibt DocMorris hinter den eigenen Erwartungen vergangener Tage zurück. "Im Jahr 2007 wollen wir mindestens eine halbe Milliarde Euro Umsatz erwirtschaften", hatte Däinghaus 2005 gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ausgegeben. Im gleichen Bericht nahm Däinghaus für das laufende Jahr die 200 Millionen Euro-Marke ins Visier. Beide Ankündigungen erfreuten Investoren und Medien – nur die entsprechenden Ergebnisse blieben aus: 2006 machte Europas größte Versandapotheke eigenen Angaben zufolge knapp 180 Millionen Euro Umsatz; erst 2007 dürften die 200 Millionen überhaupt geknackt worden sein. "Wir werden zwischen 210 Millionen Euro und 220 Millionen Euro erwirtschaften", hatte Däinghaus Mitte November gegenüber dem Spiegel korrigiert.

Der Anteil des Versandhandels am Gesamtumsatz im deutschen Arzneimarkt entwickelt sich deutlich schlechter als noch vor wenigen Jahren von Däinghaus in Aussicht gestellt. 2003 hielt der DocMorris-Chef, ebenfalls in einem Bericht der FAZ, unter Bezugnahme auf Expertenschätzungen immerhin 8 Prozent des Gesamtapothekenmarkts für ein realistisches Ziel. Nach Branchenangaben liegt der Versandanteil jedoch – je nach Quelle - stabil zwischen 1 und 2 Prozent oder sogar darunter. Diesen Umsatz teilt sich DocMorris mit anderen Anbietern. Das dürfte angesichts eines ansonsten kräftigen Wachstums im deutschen Pharma- und Apothekenmarkt zusätzlich ärgerlich sein.

Und auch ein anderes Ziel dürfte DocMorris nicht erreicht haben: "Wir wollen den Großhandel umgehen, um die Kosten weiter zu senken", hatte Däinghaus im Januar 2005 gegenüber der FAZ postuliert. Im April 2007 war DocMorris dann jedoch ausgerechnet von einem der führenden Pharmagroß- und -einzelhändler Europas mehrheitlich übernommen worden.

APOTHEKE ADHOC, Freitag, 04. Januar 2008, 11:50 Uhr

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