zoom Große Pläne: DocMorris-Chef Ralf Däinghaus will das größte Franchise-Netz Europas aufbauen. Foto: Elke Hinkelbein

Große Pläne: DocMorris-Chef Ralf Däinghaus will das größte Franchise-Netz Europas aufbauen. Foto: Elke Hinkelbein

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Rätsel um DocMorris-Zahlen

Berlin  -  Bereits Ende November will DocMorris die für 2007 ausgegebene Zielmarke von 100 Partnerapotheken erreichen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Die Zeit droht knapp zu werden, denn derzeit sind erst rund 60 Franchise-Apotheken geöffnet. DocMorris-Chef Ralf Däinghaus bezieht sich in seiner Prognose jedoch offenbar auf alle abgeschlossenen Verträge, auch solche, die noch nicht umgesetzt sind. Manche Apotheke benötige länger für den Umbau, erklärte er auf der Euroforum-Veranstaltung "Apotheke 2008" in Hamburg die Diskrepanz.

Nur jeder fünfte Bewerber werde unter Vertrag genommen, ließ Däinghaus wissen. In einem Gespräch mit der FTD hatte Däinghaus erklärt, bereits mehr als 1000 Apotheker hätten angefragt – demnach müsste DocMorris heute allerdings 200 Verträge in der Tasche haben. Anscheinend ist zudem die Nachfrage im Verlauf des Jahres zurückgegangen: Ende Januar hatte Däinghaus dem Hamburger Abendblatt verraten, jeden Tag kämen 20 Bewerbungen hinzu. Bei gleich bleibendem Interesse seitens der Apotheker hätten sich seither rund 6000 Apotheker bewerben müssen.

Der DocMorris-Chef erwartet in diesem Jahre ein Umsatzplus von mindestens 22 Prozent. "Wir werden zwischen 210 und 220 Millionen Euro erwirtschaften", so Däinghaus gegenüber der FTD. 2006 habe der Umsatz bei 172 Millionen Euro gelegen, berichtet die Zeitung.

Langfristig will Däinghaus das eurapweit größte Netz von Franchiseapotheken aufbauen. In Großbritannien halte die Celesio-Kette Lloydspharmacy derzeit 15 Prozent Marktanteil, „und das wollen wir toppen“, so Däinghaus. In Deutschland müsste DocMorris dazu bezogen auf die aktuelle Apothekendichte mehr als 3000 Franchisepartner gewinnen; ein Zeitfenster für diese Zielmarke ist noch nicht ausgegeben. Sollte das Fremdbesitzverbot fallen – und für Däinghaus ist das eine Frage der Zeit – würden ihm „noch viel mehr Geschäftsmodelle einfallen“. DocMorris habe aber nicht vor, massenhaft Apotheken zu kaufen, erklärte Däinghaus. In den Lizenzverträgen habe man kein Vorkaufsrecht fixiert.

Alexander Müller, Mittwoch, 14. November 2007, 11:08 Uhr

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