Berlin - Noch ist unklar, ob sich die RFID-Technik (Radio Frequency Identification) für den Fälschungsschutz von Arzneimittelpackungen durchsetzt. Genutzt wird die Technik bereits beim Rezeptversand: Das Apothekenrechenzentrum AvP stattet jedes Paket mit einem individuell auslesbaren Code aus. So kann sein Weg von der Apotheke zum Rechenzentrum verfolgt werden.
Das private Rechenzentrum hat das Konzept erstmals auf der Expopharm im vergangenen Herbst vorgestellt. Mittlerweile wurden die alten Plastikboxen komplett durch Pappboxen ersetzt, bei denen von innen ein RFID-Transponder aufgeklebt ist. Der Transponder besteht aus einem Chip und einer Antenne. Die Nummer auf dem Chip kann über die Antenne per Funk ausgelesen werden.
Die Daten werden vom Paketdienstleister DHL Express abgefragt, der exklusiv die AvP-Sammelboxen bei den Apotheken abholt. DHL liest die Codes beim Abholen in der Apotheke und in seinen Logistikzentren aus, AvP prüft sie erneut bei der Anlieferung. Verwechslungen will das Rechenzentrum so ausschließen. Apotheker können zudem den Weg ihrer Rezeptboxen auf den Internetseiten von DHL verfolgen.
Für DHL ist die Päckchenverfolgung längst Alltag, neu war dagegen die Abholung der Rezepte bei den Apotheken. Mit der DHL-Zusammenarbeit seien die Abholzeiten flexibler geworden, heißt es bei AvP. Zuvor hatten mittelständische Unternehmen und Subunternehmen die Rezepte eingesammelt.
AvP sieht sich mit der RFID-Technik als Branchenpionier. Die Arbeitsabläufe hätten sich beschleunigt, seit mehrere Boxen im Pulkleseverfahren gleichzeitig erfasst werden können, heißt es. Bereits Ende des Jahres soll der Nutzen die Kosten wettmachen – ein günstiger RFID-Transponder kostet laut AvP zwischen 10 und 15 Cent. Mit der individuellen Kennzeichnung könnte künftig die Versicherungsprämie der Sendungen sinken. Zudem hofft das Rechenzentrum, dass die Chips günstiger werden.
Janina Rauers, Dienstag, 27. Juli 2010, 13:23 Uhr
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