Berlin - Kooperation statt Kette – zumindest vorerst: Nachdem Alliance Boots beim Ausverkauf der staatlichen Apotheken in Schweden nicht zum Zug gekommen ist, setzt der britische Pharmahandelskonzern jetzt auf die Zusammenarbeit mit unabhängigen Apothekern. Durch die Kooperation mit dem schwedischen Pharmazeutenverband katapultieren sich die Briten mit ihrer Marke möglicherweise an die Spitze.
Der 7500 Mitglieder zählende Berufsverband hatte bereits vor zwei Jahren ein eigenes Unternehmen namens Farmacevtföretagarna ausgegründet, das in der neuen Welt Apotheker in die Selbstständigkeit begleiten soll. 250 Kollegen haben nach Aussage von Firmenchef Sverker Littorin bereits Interesse an der Gründung einer eigenen Apotheke angemeldet.
Dafür haben sich nun die schwedischen Apotheker die Marke Boots gesichert: In der vergangenen Woche unterzeichneten Farmacevtföretagarna und Alliance Boots eine Absichtserklärung, die die Gründung eines gemeinsamen Joint-Ventures zum Ziel hat. Sobald die Systemzentrale steht, soll bei den Verbandsmitgliedern für Boots geworben werden.
Für Europas führenden Betreiber von Apothekenketten ist die Kooperation mit den selbstständigen Apothekern der Türöffner zum schwedischen Markt: Denn eine Vertragsklausel, die ihnen Boots künftig als Wettbewerber vom Hals hält, gibt es für die schwedischen Apotheker nicht. Sobald die Marke steht, könnte der Konzern mit dem Aufbau einer eigenen Kette loslegen.
Patrick Hollstein, Freitag, 29. Januar 2010, 13:26 Uhr
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