Berlin - Obwohl die Euphorie unter den Pharmaherstellern angeblich verflogen ist, gibt es in Großbritannien derzeit eine Reihe neuer Exklusivvertriebs-Vereinbarungen (Direct to pharmacy, DTP) mit Großhändlern. Eli Lilly vertreibt seine Produkte seit Anfang Juli nur noch über die Celesio-Tochter AAH und Phoenix. Produkte des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb können die Apotheken seit August nur noch direkt oder über AAH oder Alliance Healthcare, die Großhandelssparte von Alliance Boots, bestellen. Merck Sharp und Dohme (MSD) hat mit AAH, Alliance Healthcare und Phoenix einen Exklusivvertrag geschlossen, der ab Oktober gilt.
Damit haben 17 Hersteller ihren Vertrieb eingeschränkt; Partner sind – bis auf eine Ausnahme – ausschließlich die Landesgesellschaften der drei paneuropäischen Pharmahändler: Alliance Healthcare ist bei allen Firmen bis auf Eli Lilly dabei. Bei Pfizer, Astellas (Prograf/Advagraf) und UCB (Neupro) ist das Unternehmen sogar exklusiver Vertragspartner. AAH hat 13 Verträge in der Tasche, Phoenix hat neun Abschlüsse.
Zusammen kontrollieren die Unternehmen, deren Konzernmütter auch die größten Apothekenketten des Landes betreiben, bereits rund 90 Prozent des Großhandelsmarktes. Warnungen vor wettbewerbsfeindlichen Folgeschäden verhallen bislang ungehört. Nur der Dermatologiehersteller Leo hat bislang alle Mitglieder des britischen Großhandelsverbands unter Vertrag genommen.
APOTHEKE ADHOC, Donnerstag, 20. August 2009, 09:17 Uhr
Großbritannien: Pfizer kontrolliert Apotheken
Großbritannien: Bayer startet Exklusivvertrieb
Großbritannien: Schutzzäune für Pharmagroßhändler
Großbritannien: Roche und Novo Nordisk mit DTP
Großbritannien: Eli Lilly startet Exklusivvertrieb
Polen: AstraZeneca startet Exklusivvertrieb
Großbritannien: Glaxo startet Exklusivvertrieb
Exklusivvertrieb: Großhändler kapituliert wegen DTP
Kommentar: Marktausschluss durch Dritte
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