zoom Getrennte Prozesse: In Schleswig-Holstein gibt es bei der Impfstoff-Verteilung Bestell- und Logistikapotheken. Foto: Elke Hinkelbein

Getrennte Prozesse: In Schleswig-Holstein gibt es bei der Impfstoff-Verteilung Bestell- und Logistikapotheken. Foto: Elke Hinkelbein

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APOTHEKENPRAXIS

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Alle Apotheken bestellen, einige liefern

Berlin  -  In Schleswig-Holstein gibt es in Sachen Schweinegrippe eine Abstufung bei den Apotheken: Bestellungen für den Impfstoff darf jede Apotheke entgegennehmen. Doch nur 200 der 730 Apotheken erhalten den Impfstoff Pandemrix zur Auslieferung. Diese Logistikapotheken einzeln die Packungen mit jeweils 500 Impfdosen aus und liefern diese an Ärzte und Impfstellen.

Die Apothekerkammer will mit der Unterteilung in Bestell- und Logistikapotheken vermeiden, dass sich einige Apotheken ausgeschlossen fühlen: „Der Charme der Lösung ist, dass alle Apotheken im Boot sind“, sagte der Geschäftsführer der Apothekerkammer Frank Jaschkowski gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Bestell- und Logistikapotheken erhalten jeweils pauschal 210 Euro für die Bearbeitung der Bestellungen. Darüber hinaus bekommt jede Logistikapotheke für die Auseinzelung pauschal 1500 Euro, 300 Euro für die Dokumentation und 700 Euro für die Impfstoffauslieferung. Die Logistikapotheken versorgen auch die Ärzte und Impfstellen mit Pandemrix, die ihre Rezepte zuvor in einer Bestellapotheke eingereicht hatten. Nur in Ausnahmefällen könne der Impfstoff von Logistikapotheken über Bestellapotheken an die Impfstellen geliefert werden, so Jaschkowski.

Die ersten Impfdosen sollen morgen in den Apotheken ankommen. Der private Großhändler Max Jenne, der die Belieferung übernimmt, wird allerdings zunächst nur jede zweite Logistikapotheke mit dem Impfstoff versorgen können. Denn der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) stellt für Schleswig-Holstein zunächst nur 100 Impfstoff-Packungen bereit. In den kommenden Wochen soll Max Jenne die Logistikapotheken bei Bedarf täglich beliefern – pro Apotheke sind insgesamt 18 Packungen mit je 500 Impfdosen vorgesehen.

Die Logistikapotheken wurden von der Kammer mithilfe eines Punktesystems ausgewählt: Punkte gab es für eine Lage, die eine möglichst flächendeckende Versorgung ermöglicht, für genügend Personal – eine konkrete Mindestgrenze legte die Kammer allerdings nicht fest –, für die Versorgung von Krankenhäusern sowie für Apotheken mit Filialen und Qualitätsmanagement-Systemen. Bei gleich hohem Punktestand entschied das Los.

Janina Rauers, Donnerstag, 22. Oktober 2009, 15:26 Uhr

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