Berlin - Die Apotheker bleiben in der Zwickmühle: In den Verhandlungen über die Austauschbarkeit von Generika zwischen dem Spitzenverband der Krankenkassen und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) gibt es bislang keine Einigung. Eine Klarstellung zur Aut idem-Regelung im Rahmenvertrag steht weiterhin aus.
Die Kassenvertreter hatten dem Vernehmen nach vorgeschlagen, dass die Software in der Apotheke nur noch die Austauschkriterien Wirkstoff, Packungsgröße und Wirkstärke sowie die Darreichungsform ausweisen soll. Hinweise auf die Indikationen sollten demnach komplett entfallen. Im Zweifel müsste der Apotheker dann die Indikation im Gespräch mit dem Patienten erfragen.
Der DAV lehnte diesen Vorschlag ab. Die Kassen konnten sich andererseits offenbar nicht für ein Ampel-Modell erwärmen, das der DAV zur Unterstützung der Apotheker in die Software integrieren wollte.
Vom aktuellen Stand der Verhandlungen ist man beim DAV enttäuscht: „Es läuft darauf hinaus, dass uns die Hersteller und Krankenkassen in eine Zwickmühle bringen“, sagte ein DAV-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Beide seien „auf klarem Konfrontationskurs“. Tatsächlich lehnen die Hersteller eine Haftung für ihre Präparate ab, wenn diese außerhalb der zugelassenen Indikationen abgegeben werden. Die Kassen drohen auf der anderen Seite mit Retaxationen, wenn der Apotheker nicht substituiert. „Dieser Streit wird auf dem Rücken der Apotheker und Patienten ausgetragen“, so der DAV-Sprecher.
Alexander Müller, Donnerstag, 30. Juli 2009, 18:16 Uhr
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