Berlin - Die Preise im OTC-Markt sind in Bewegung: Jede dritte Apotheke hält sich nicht an die vom Hersteller empfohlenen Preise, berichtet das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen IMS Health. „Dass es bei niedergelassenen Apotheken keinen Preiswettbewerb gibt, ist absolut nicht wahr“, sagte IMS-Bereichsleiter Ralf Voigt gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Fast jede Apotheke macht auch etwas über den Preis.“
IMS analysiert die Abverkaufsdaten in rund 4000 Apotheken und vergleicht einmal im Jahr die Durchschnittspreise von verkaufsstarken OTC-Präparaten. „Wir beobachten einen Trend, dass immer mehr Apotheken diese Produkte günstiger anbieten“, so Voigt. Im vergangenen Jahr hätte gerade jede vierte Apotheke den empfohlenen Preis unterschritten.
Ein Grund für den verschärften Preiswettbewerb könnten Versandapotheken sein: Im Internet werden IMS zufolge mittlerweile 9 Prozent der OTC-Präparate verkauft. Die meistgekauften Produkte sind in beiden Vertriebskanälen fast identisch. Allerdings setzen die Versender laut Untersuchung auf einige ausgesuchte Arzneimittel: Mit der Hälfte der Produkte wird laut IMS im Internet der gleiche Umsatzanteil erreicht wie in Offizinapotheken. Zudem kaufen Patienten online eher größere Packungen.
Neuer Wettbewerbsdruck könnte IMS zufolge mit der wachsenden Konkurrenz für Apotheken durch Drogeriemärkte entstehen: Wegen der Pick up-Stellen sei „die Apothekenexklusivität für Verbraucher ohnehin schon nicht mehr trennscharf zu erkennnen, selbst wenn hinter den Pick up-Stellen Apotheken stehen“. Einer fortschreitenden Liberalisierung der Handelslandschaft könnte in Teilen sogar die Apothekenpflicht zum Opfer fallen, meint IMS.
Alexander Müller, Donnerstag, 09. Juli 2009, 13:23 Uhr
Verbraucherzentrale: Wenig Bewegung bei OTC-Preisen
OTC-Umsätze: 8000 Euro weniger pro Apotheke
Internethandel: Apotheken scheuen Versandgeschäft
Umsatzzahlen: Apotheken starten mit Einbußen
Verbraucherzentrale NRW: Apothekenkunden sind zu brav
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