Berlin - Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen einen Pharmagroßhändler bei Hannover sowie gegen rund 50 Ärzte. Nach einem Bericht von NDR Info lautet der Verdacht auf Bestechlichkeit und Bestechung sowie gewerbsmäßigen Betrug. Die Mediziner, unter anderem aus Celle, Hannover und Hameln, sollen gemeinsam mit dem Großhändler deutlich mehr Rezepte für Sprechstundenbedarf ausgestellt und abgerechnet haben als tatsächlich benötigt wurden.
Der Sprechstundenbedarf von Arztpraxen ist umso teurer, je spezialisierter der Mediziner ist. Im Fokus der Verdener Ermittlungen stehen offenbar vor allem Orthopäden. Diese sollen laut NDR dem Großhändler Blankorezepte ausgestellt haben. Der Großhändler habe die Rezepte ausgefüllt und abgerechnet – ohne die angegebenen Präparate und Produkte zu liefern.
Die Krankenkassen können den tatsächlichen Sprechstundenbedarf nicht überprüfen, weil die Rezepte nicht auf einen bestimmten Patienten ausgestellt werden. Durch den Betrug, den die Staatsanwaltschaft Verden seit 2007 verfolgt, soll den Kassen ein Schaden von mehr als 1,2 Millionen Euro entstanden sein. Die Ermittlungen sind dem Ersatzkassenverband in Niedersachsen schon länger bekannt, berichtet der NDR. Die Kassen wollten prüfen, ob Arztpraxen künftig ein bestimmter Anteil an Sprechstundenbedarf zugeteilt werden solle.
APOTHEKE ADHOC, Freitag, 30. Juli 2010, 12:17 Uhr
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